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Wieder in der Klinik

So, ja mich gibt's auch noch. Ich werde jetzt wieder öfter schreiben...Hoffe ich^^

Ich bin jetzt seit gestern wieder in der Klinik. Auf der Station, auf der ich im Sommer schon mal war. Es war eine spontane Flucht von meinem Zuhause, meiner Umgebung, in der es mir nur noch beschissen ging. Ich flüchtete vor mir und der Einsamkeit. Doch hier fühle ich mich noch viel einsamer...

Ich bin mit einer im Zimmer, die kaum redet. Mit keinem. Sie sitzt nur auf ihrem Bett und starrt vor sich hin. Oft versuche ich ein Gespräch auf zubauen. Auf eine furchtbar nette Art und Weise. Ich muss ja schließlich mit ihr auskommen, wenn wir uns ein Zimmer teilen. Meistens aber schaut sie mich nur an und antwortet nicht. Das ist schrecklich...Ich weiß garnicht, was ich machen soll, dabei ist sie 18 Jahre älter als ich...Immerhin heute morgen hat sie von sich aus angefangen zu reden. Sie fragte mich, warum ich da sei und ich sagte ein paar Sätze dazu. Als ich die Gegenfrage stellte, antwortete sie wieder nicht...Naja, ich bin ja schon froh, wenn sie mich überhaupt was fragt. Besser als wenn sie mich nur anschweigt und anstarrt...Die macht mir irgendwie Angst. Außerdem ist sie suaunordentlich im Bad. Wir haben zusammen ein Bad. Voll eklig...

Bis gestern dachte ich, dass ich nie mit meinen Mitpatienten zurecht kommen werde. Bis heute morgen hatte ich nur noch den Implus wieder zu flüchten und hatte heftige SVV- und Suizidgedanken. Weg von der Station und von den unbekannten Menschen. Aber dann hab ich mich dazugezwungen mich zu ein paar anderen zu gesellen während wir auf die Visite warteten. Ich fing gleich an mit ein paar zu reden und es verlief echt gut. Ich verstand mich sofort mit denen und plötzlich fühlte ich mich wieder wohl. Ich versuche so nett wie möglich zu sein und lächle die anderen immer an. Ich möchte dazugehören. Ich denke, dass klappt schon. Was nur wieder doof ist: ich bin wieder mal die Jüngste! Diesmal mit Abstand! Die nächstjüngste ist 20 und dann gehts erst so mit Mitte 20 weiter...Naja, in zwei Tagen werd ich ja wenigstens 19...

Meine erste Visite heute war auch ganz gut. Mir wird jetzt wegen der beruflichen Zukunft geholfen und wegen dem Ausziehen von Zuhause. Tübingen läuft auch noch nebenher weiter. Nach der letzten Absage habe ich zum zweiten Mal Widerspruch eingelegt. Aber in der Klinik schauen wir jetzt auch nach Alternativen und vielleicht ein andereren Reha. Ab heute abend werde ich ein Stimmungsstabilisierer bekommen. Ich glaube das Medikament heißt Ergenyl oder so. Ich hab davon keine Ahnung, weil ich hab noch nie sowas bekommen. Ich bin gespannt, ob und wie das wirkt. Es soll mir helfen wegen meinen extremen Stimmungsschwankungen. Ab morgen werde ich wahrscheinlich auch wieder ins DBT- Programm gehen. Außerdem hab ich mich für Donnerstagabend befreien lassen- wegen meinem Geburstag. Ich wollte den Tag nicht allein unter fremden Menschen in der Klinik verbringen. Stattdessen werde ich mich mit einer ehemaligen Mitpatientin treffen, die in der Nähe wohnt und ein paar anderen, mit denen ich mich im Sommer viel getroffen habe. dann hab ich wenigstens ein bisschen was von meinem Geburstag. Ich hoffe, es wird schön und ich kann es irgendwie genießen. Meine letzten Geburtstage waren total scheiße, weshalb ich jetzt wahnsinnige Geburtstagspanik habe...Naja, aber das Therapeutenteam war total lieb zu mir und hat mich auch gleich dabei unterstütz, dass ich befreit werde von der tagenzielrunde und dem Abendessen am Donnerstag, damit ich ein bisschen feiern kann. Mords nett, aber ein wenig unangenehm war es mir schon, dass ich gleich schon Ausnahmen bekomme- am zweiten Tag!

In letzter Zeit hatte ich, je nachdem was mein genaues Höchstgewicht war, 8 bis 10kg abgenommen. Über das Wochenende hab ich aber wieder ein Kilo zugenommen. Wegen eines Fressanfalls mit Plätzchen am Samstag. Aber das war ja klar, nachdem ich letzte Woche so wenig gegessen hatte. Ich hatte es aber echt super durchgehalten und hatte kaum Gier nach Essen. Dafür jetzt wieder. Aber außerdem FA am Samstag, war Gott sei Dank noch nichts. Heute morgen wurde ich gewogen. Mit Kleidern. Ich hab nicht hingeschaut. Aber die von der Pflege meinte dann, dass ich schon abgenommen hätte. Ich hab mich total gefreut, dass es ihr aufgefallen ist sagte aber nur: "Ich bin abert trotzdem noch zu fett!" ich glaube, sie erinnerte sich an unsere Gespräche im Sommer, denn sie war meine Bezugspflege. Jetzt hab ich eine neue Bezugspflege- weil meine ehemalige schon zu viele Patienten hat. Ich bin froh daüber. Zwar mochte ich die andere, aber sie war mir zu verpeilt. Die jetztige hab ich viel lieber. Ich hab auch eine neue Thera, weil meine alte nicht mehr hier im Zentrum für Psychiatrie arbeitet. Aber meine neue ist auch sehr nett. Nochmal zum Gewicht. Mein Höchst BMI war so 27/ 28 und jetzt ist er so zwischen 24/25. Naja, mal schauen, wie sich das noch entwickelt. Jetzt gerade fällt es mir schwer wenig zu essen, da die Gier nach Essen wieder da ist. Ich will aber nicht zunehmen!!!

Ich melde mich wieder in ein paar Tagen

2 Kommentare 16.12.08 14:12, kommentieren

Geburtstagspanik, Selbsthass und andere Anfälle

Gestern war vielleicht ein heftiger Tag. Ich bin völlig durchgedreht und ich weiß garnicht so richtig warum...Erst hatte ich mal wieder einen kleinen Klauanfall, dann habe ich mich halbtot gekauft (Gemüsekonserven und so^^) und dann noch auf der Kundentoilette geschnitten. Nur da war es noch nicht so krass. Später- zurück auf Station- habe ich weiter an dieser Wunde herumgeschnitten und es hat gesaftet wie sau. Ich hab die Blutung kaum zum stoppen gebracht und mehrere Druckverbände gemacht. Ich wurde total panisch. Als die Sauerei beseitigt war und ich einen ordentlichen Verband hatte, hatte ich wahnsinnige Angst zur Pflege zu gehen, da ich mich mords schämte, dass ich mich so geschnitten hatte und außerdem war ich ja erst den dritten Tag da. Ich bruachte eine Stunde um zum Stationszimmer zu gehen und beschied zu sagen. Als ich dort stand druckste ich etwas herum und die verstanden dann schon ohne, dass ich etwas sagen musste. Aber die waren dann alle so scheiße lieb zu mir und sind dann auch herumgerannt. Ich musste wieder ins Krankenhaus zum Nähen. Der Chirurg hatte seine wahre Freude mit meiner Wunde, da sie stark blutete. Ich habe irgendein Blutgefäß getroffen. Er war echt begeistert...Wenigstens hab ich dort zufällig an der Pforte eine ehemalige Mitpatientin vom Sommer getroffen, die ihren Mann ins Krankenhaus brachte. Die Frau mochte ich total. Ich sagte ihr, dass ich wieder auf Station 61 bin und sie versprach sich zu melden. So hatte es wenigstens etwas Gutes. Als ich später wieder auf Station war bekam ich den Fressanfall meines Lebens. Mittags war Kaffeerunde, die ich verpasst hatte wegem Krankenhaus. Eigentlich freute ich mich, denn ich weiß, dass ich es nicht im Griff gehabt hätte, wenn überall Süßeszeugs herumsteht. Leider standen die Sachen später immernoch im Speisesaal und ich war alleine dort! ich stopfte wie eine Gestörte Plätzchen und Kuchen in mich hineien und packte mir die Hosentaschen voll. Diese Dinge aß ich dann noch auf dem Klo. Als mir dann total schlecht wurde, steckte ich mir die Finger in den Hals und kotzte um mein Leben. Mir ging es so beschissen an dem Tag wie schon lange nicht mehr. Es war so krass. Ich kann garnicht beschreiben, was so schlimm war. Verdammte Geburstagspanik. Ich heulte mehrmals heimlich, ich zittere, ich war mega angespannt. Ich fühlte mich sehr einsam und hatte Angst total allein zu sein und nicht gemocht zu werden. Später abends ging es mir dann besser, nachdem ich super nett mit einer Freundin telefoniert hatte und in der Abendrunde war. Dann saß ich noch lange bei meinen Mitaptienten im Aufenthaltsraum. Ich schrieb noch meine Verhaltensanalyse und ging dann ins Bett.

Heute morgen war es dann zweigeteilt. Einerseits war ich noch mega panisch, andererseits fühlte ich nichts. In der Stationsverdammlung stellte man mich und eine andere Neue vor und mir wurde noch gratuliert. Aber ich fühlte mich immernoch wahnsinnig einsam und war sehr truarig- weshalb auch immer. Das sagte sogar meine Therapeutin, bei der ich noch war. Meine neue Therapeutin ist sehr nett. Sie ist noch sher jung und das Sympatische ist, dass sie immer sehr lieb schaut und verständnisvoll ist. Auch meine neue Bezugspflege ist super. Sie hat sich heute ganz toll um mich gekümmert und ich hatte heute sogar zwei Gespräche schon bei ihr. Wir haben zusammen besprochen, wie ich den Tag am besten überstehe und was ich tun kann, damit ich nicht wieder "durchdrehe".

Jetzt seit ca anderthalb Stunden geht es mir ganz gut. Ich versuche die positiven Seiten zu sehen. Ich habe schon neun Sms zum Geburstag bekommen und meine Familie hat mich angerufen. Außerdem rief der 44Jährige Mann bei mir, mit dem ich im Sommer in der Klinik die Affäre hatte. Sogar er dachte an meinen Geburstag!  Am Samstag kommt mich dann eine Freundin besuchen, worauf ich mich sehr freue, da es sehr unsicher war, ob es klappt.

Nachher gehe ich dann noch weg. Die ehemalige Mitpatientin kommt leider nicht mit, da es ihr nicht so gut geht. Finde ich zwar sehr scahde, aber ich kann sie auch verstehen. Ich bin mal gespannt, wie das nachher wird und ob es überhaupt klappt. Wenigstens bin ich jetzt nicht mehr so panisch. Aber ich bin sher froh, wenn der heutige Tag vorbei ist. Dann muss ich nur noch Weihnachten überstehen...Aber mein Kampfgesit ist wieder geweckt und ich möchte es schaffen! Ich möchte eine Veränderung! Ich möchte mein Leben in Griff kriegen und ich werde es schaffen! Dieser enorme Lebenswille ist eigentlich immer irgendwie da, nur manchmal wird der halt durch kleinere und größere Krisen gestört. Doch alles, was ich eigentlich will ist LEEN. Normal leben!!!!

 Entschuldigt bitte, wenn viele Tippfehler oder sonstige Fehler im Text sind, aber ich schreibe relativ schnell, da das öffentliche Internet sehr teuer ist^^

2 Kommentare 18.12.08 16:10, kommentieren

Rückblick Weihnachten und anderes

Soooo, endlich kann ich mal wieder was schreiben  Also Weihnachten ist ja jetzt Gott sei Dank rum UND ich hab's überlebt  mit einigen Höhen und Tiefen -> War doch klar, oder? Sonst wäre mein Leben ja fast langweilig ohne die ständigen Aufs und Abs. An Weihnachten- also direkt am 24.12.- war ich Zuhause und meine Großeltern waren noch da. Wir waren zusammen in der Kirche das Kinderkrippenspiel anschauen, dann gabs abends Essen (trditionsmäßig immer dasselbe, was ich super find, also die Traditionen) und dann Bescherung, wobei die bei mir recht klein ausgefallen ist, da ich nur zwei Umschläge bekam. Einen Mit einer Karte und Geld von meinen Großeltern und einen von Leuten von der Seite meines Stiefvaters mit einem Müllergutschein. Von meiner Mutter und meinem Stiefvater hatte ich mein Weihachtsgeschenk schon bekommen, bevor ich wieder in die Klinik bin -> Ein Koffer (haha, hat gaaaanz bestimmt überhaupt keine Bedeutung à la "wir wollen dich loswerden, hier pack deinen Koffer" ) Am 1. Weihnachtsfeiertag waren wir bei meinen Großeltern und da kam dann noch meine Tante (mein Onkel musste leider arbeiten, wie an Heiligabend auch, weshalb dann da meine Tante auch nicht kam). Es gab auch wie jedes Jahr am 25.12. dasselbe Essen. Wir waren noch spazieren und haben gespielt. Naja, alles langweilig wie immer, aber ich hab sowieso die ganze Zeit nur Sms mit einer Freundin geschrieben lol Meine Family hat mich ausgelacht als der Akku dann mal leer war xD Am 2. Weihnachtsfeiertag waren meine zwei Jahre jüngere Schwester und ich bei unserem Vater und unserer Stiefmutter. Zum Glück nur knapp vier Stunden, die ich jede Sekunde gezählt habe. Es gab Raclette, wobei ich mich sowieso nur von dem Gemüsebeilagenzeugs ernährt habe^^ Insgesamt waren die drei Tage aushaltbar, weil ich nichts an mich reinkommen ließ, blöde Kommentare runtergeschluckt, mich abgegrenzt und abgelenkt (z.B. Küche aufräumen und putzen) habe und außerdem die Stunden gezahlt bis es vorbei ist...

Morgen ist Silvester. Darüber bin ich sehr froh, da es auf Station wieder mal nur Probleme gibt, wobei ich eigentlich davon sowieso nichts mitbekomme, da ich nie dort bin sondern mich entweder im Zimmer verkrieche, mich mit Bekannten von Klinikzeit im  Sommer treffe oder mein Geld in der Stadt ausgebe (habe schon 300€ in zwei Wochen verprasst *aaahhhh*). Auf Station herrscht wieder ernorm Streit, soweit ich das beurteilen kann, denn ich bekomme es ja nicht mit. Ich hab eigentlich nur Kontak zu den anderen beim Essen und den Therapien. Ein Gerücht gibt es auch schon über mich. Ich soll ja was von so nem Typ, der so Ende 20 is, wollen. Ja na ganz klar. Boah, wie ich sowas hasse. Da war wohl jemandem langweilig, dass der so einen Mist rumerzählt...Ich bin wirklich froh, dass ich von morgen vormittag bis übermorgen abend nicht dort bin, sondern bei einer Freundin um mit ihr und ein paar anderen ins neue Jahr reinzufeiern.

Gestern war auch ein scheiß Tag. Ich hatte morgens ein Gespräch mit meiner Bezugspflege und das war nicht so toll. Ich wurde wieder mal enorm trotzig. Sie versuchte mir meine Zukunft auszureden, so kams mir vor. Ich habe gerade so genaue Pläne und das ist momentan mein und gibt mir ein Lebenssinn -> In Konstanz oder Umgbung die Fachhochschulreife machen und mir eine eigene Wohnung suchen oder sonst eine Wohngruppe oder was auch immer. Auf keinen Fall gehe ich nach Hause zurück und ich bin dort eh nur noch für einzelne Stunden erwünscht. Meine Bezugspflege meinte die ganze Zeit, ob ich das denn alles schaffen würde und warum ich denke, dass ich es jetzt hinkriege, aber nicht vor einem halben Jahr und dass ich doch total überfordert war auf dem Gymi udn warum es jetzt anders sein sollte. Bla bla bla. Zum kotzen. Ich war so sauer auf sie! Ich habe sie so gehasst dafür. Seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen, aber mein Hass ist glaube ich wieder weg und ich versuche die Realität wahrzunehmen. Das ist nämlich auch so eine Sache. Ich nehme mich momentan überhaupt nicht wahr, deswegen bin ich auchdie ganze Zeit mit irgendwas beschäftigt, um bloß dieses Nichts, diese Leere nicht zu spüren. Ist echt schwer für mich, wenn ich dann mal ruhig sitzen muss für längere Zeit. Ich habe auch ziemliche Schwierigkeiten beim eintragen meiner Spannungskurve, da ich meine Spannung nicht wahrnehme und sie deswegen schlecht einschätzen kann. Dazu kam gestern noch das ich sau Kopfschmerzen hatte mit Erbrechen, was denkbar ungünstig war, da ich so die Schmerztabletten nicht bei mir behalten konnte und die Schmerzen blieben. Erst durch irgendwelche Tropfen und Kamillentee ging es mir besser und ich konnte auch die Nacht durchschlafen.

Hmmm noch zum Essen. Wärend sehr viele Menschen an Weihnachten zunehmen, habe ich abgenommen. Ich habe allein im Dezember um die 5kg vielleicht sogar mehr abgenommen...Jetzt gerade ertrage ich es nicht einen vollen Magen zu haben- außer es war Wasser, Salat, Obst oder Gemüse. Echt furchtbar. Aber Lust zu Essen hätte ich schon, aber ich hab wahnsinnige Angst zuzunehmen. Echt krank. Besonders wenn man schon manchmal alles wieder auskotzt, wenn man nur denkt einen Bissen zu viel zu sich genommen zu haben. Es ist ein scheiß Gefühl. Wie bin ich da nur reingerutscht?! Das ich so viel abgenommen habe ist ja schön und gut, aber wie geht es weiter? Ich kann nicht mehr so weiter machen wie jetzt...Sogar meine Oma hat jetzt schon gemeint, dass ich ja ganz schön abgenommen habe. Mein Opa meinte dann, wieso eigentlich meine Geschwister so dünn sind und ich "etwas fester"....Vielen Dank auch, aber den Satz konnte ich ausnutzen um nicht Dessert essen zu müssen^^ Jetzt habe ich wenigstens wieder einen normalen BMI. Mein Gewicht von vor drei Jahren. Aber eine abnorme Panik auch nur ein Gramm wieder zuzunehmen...

Ich melde mich wieder sobald ich kann- kann manchmal leider langer dauern. Tut mir leid!

30.12.08 16:42, kommentieren